Stromproduktion lag 2019 erneut über Plan / Erstmals mehr Energie durch Wind als durch Sonne produziert

Etwa 259 324 Euro Gewinn erzielt

Die Generalversammlung der Energie und Umwelt Neckar-Odenwald-Main-Tauber fand am Mittwoch in Osterburken statt. Das „zufriedenstellende Zahlenwerk“ aus 2019 wurde vorgestellt.

Odenwald-Tauber/Osterburken. „Energiewende gemeinsam gestalten“ lautet das Credo der aktuell 1946 Mitglieder umfassenden und über ein Geschäftsguthaben von 7 530 200 Euro verfügenden Energie + Umwelt eG Neckar-Odenwald-Main-Tauber, deren neunte Generalversammlung am Mittwoch in der Osterburkener Baulandhalle stattfand.

Aufsichtsratsvorsitzender Michael Schneider eröffnete die Tagesordnung mit Ausführungen zum hohen Stellenwert des Klimaschutzes und hielt fest, dass neue Regelungen sowie das geplante EEG-Gesetz „stetig bürokratischer werden und den Eindruck erwecken, eher auf Großunternehmen abgestimmt zu sein“, was für eine kleine Energiegenossenschaft nicht gerade vorteilhaft sei.

Positive Werte vorgestellt

Danach übergab er das Wort an Vorstandsvorsitzenden Wendelin Geiger, der kompakt auf derzeit 50 Bürger-Photovoltaikanlagen und ein Stromspeichersystem hinwies. So wurden 2019 insgesamt 6830 Megawattstunden Strom erzeugt und über 4578 Tonnen CO2 eingespart werden.

„Damit liegt die Stromproduktion 2019 erneut über Plan“, freute er sich und begründete die positiven Werte mit hoher Sonneneinstrahlung, Zusatzerträgen aus Direktvermarktung, dem komplett am Netz verbrachten Jahr sowie dem flüssigen Wartungs- und Reinigungsprogramm, das nur wenige Ausfallzeiten erzeugt. Neuinvestitionen gab es in Osterburken, Höpfingen, Buchen und Oberneudorf.

Eine weitere tragende Säule der Genossenschaft sind die Windkraftprojekte. Hier wurden im vergangenen Jahr 8380 Megawattstunden Strom aus vier Beteiligungen in Hettingen/Rinschheim, Kirchberg/Jagst und Ahorn/Buch sowie im Bürgerwindpark Gerichtstetten erzeugt. „Auch Gerichtstetten als anfängliches Sorgenkind produziert inzwischen zuverlässig Strom und wird in Zukunft von Bedeutung sein“, betonte Geiger und sprach von einem insgesamt „gut durchschnittlichen Windjahr“, in dem seit Gründung der Genossenschaft 2011 über Windkraft erstmals mehr Strom bereitgestellt wurde denn über die Photovoltaikanlagen.

Profitable Gülleveredelungsanlage

An Biomasse-Projekten stellte Wendelin Geiger die problemlos funktionierenden und aus kalkulatorischer Sicht durchaus profitablen Gülleveredlungsanlagen in Buchen und Oberneudorf vor, die im vergangenen Jahr bei einer CO2-Einsparung von über 832 Tonnen zusammen rund 1,3 Megawattstunden Strom erzeugten.

Sehen lassen könne sich auch die Ökobilanz: Insgesamt konnten 15 900 000 Kilowattstunden saubere Energie produziert werden, was Strom für 4000 Haushalte entspricht; des Weiteren wurden acht Millionen Kilogramm CO2 eingespart, was umgerechnet einem Äquivalent von 4 700 000 Litern Heizöl entspricht.

Auch das laufende Geschäftsjahr 2020 könne als durchaus solide bezeichnet werden; derzeit werden zwei Neuprojekte im Bereich Photovoltaik umgesetzt, während man sich mit 350 000 Euro am Windpark Obersulm bei Heilbronn beteilige. „Der Park soll 2021 ans Netz gehen“, gab Wendelin Geiger bekannt und verwies auf das Bestreben, künftig noch effizienter zu arbeiten und die politischen Rahmenbedingungen optimal auszunutzen. Im Anschluss dankte er den Betrieben, dem Team und den beteiligten Volksbanken für die vertrauensvolle und seriöse Zusammenarbeit.

Den Jahresabschluss präsentierte Holger Dörr. Er verwies auf die Bilanzsumme von rund 14 Millionen Euro, die Gesamtleistung von knapp 1,5 Millionen Euro, den Jahresüberschuss von etwa 341 220 Euro und den Bilanzgewinn über knapp 259 324 Euro. Angesichts jener Zahlen sprach er von einem „zufriedenstellenden Zahlenwerk“, ehe Aufsichtsratsvorsitzender Michael Schneider wieder das Wort ergriff, um kompakt auf das Schaffen des Aufsichtsrats einzugehen.

Einstimmig genehmigte die Versammlung neben dem Bericht des Aufsichtsrats und der Feststellung des Jahresabschlusses die Verwendung des Jahresüberschusses. Dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat, die rund 259 324 Euro in die Ausschüttung einer dreiprozentigen Dividende und den Gewinnvortrag im Vorgriff auf das Geschäftsjahr 2020 zu verwenden, schlossen sich die Mitglieder ebenfalls einstimmig an. Nachdem Michael Schneider den Prüfungsbericht bekannt gab und auch dieser genehmigt wurde, entlastete Bernhard Eckert Vorstand und Aufsichtsrat.

Durch die Wahlen führte Vorstand Jürgen Böhm; in der Folge setzt sich das Gremium aus Vorsitzendem Michael Schneider, Landrat Dr. Achim Brötel, Renate Körber, Edgar Mechler, Holger Engelhardt, Herbert Münkel und dem neu hinzu gekommenen Christoph Schauder zusammen. Ausgeschieden sind im Gegenzug die langjährigen Mitglieder Horst Frank (Bad Mergentheim) sowie Landrat Reinhard Frank.

29.10.2020 – FN BUCHEN – ADRIAN BROSCH (Autor + Bild)

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