Die Tafeln werden gebraucht

Energie + Umwelt-Genossenschaft spendete 10.000 Euro für die „Tafeln“ im Neckar-Odenwald-Kreis und die gleiche Summe im Main-Tauber-Kreis.

Finanzspritze für diejenigen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen: Vor dem neuen Kühlfahrzeug des DRK-Tafelladens in Mosbach zeigen sich die Spendengeber und -empfänger mit zwei Schecks über je 5000 Euro.
Foto: Ursula Brinkmann
RNZ 29.12.2022 von Ursula Brinkmann

Mosbach/Buchen.  „Die Tafel wird gebraucht!“, Gerhard Lauth, Präsident des DRK-Kreisverbandes Mosbach, sagte es ganz direkt. Man sähe es jeden Tag im DRK-Tafelladen Mosbach. Nicht anders imDRK-Sozialladen „Fairkauf“ in Adelsheim, in den eine „Tafel“ integriert ist. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer merkten es direkt im Laden.

„Nach günstigen Lebensmitteln fragen längst nicht mehr nur Menschen von den Rändern, sondern aus der Mitte der Gesellschaft.“ So formulierte es Steffen Horvath, Kreisgeschäftsführer des DRK Buchen, der den Sozialladen in Adelsheim betreibt. Lauth, DRK-Mosbach-Geschäftsführer Steffen Blaschek und Horvath konnten nun in der Mosbacher Geschäftsstelle des DRK zwei Spendenschecks über je 5000 Euro entgegennehmen. Gebracht hatte sie das Vorstandstrio der Energie + Umwelt eG Neckar-Odenwald-Main-Tauber, Wendelin Geiger, Holger Dörr und Jürgen Böhm sowie der ab 1. Januar 2023 amtierende Vorstand Steffen Kuhn.

Als Genossenschaft fühle man sich Werten wie Nachhaltigkeit, Humanität, Gerechtigkeit, Teilhabe und sozialer Verantwortung verpflichtet, begründete Böhm das Engagement des 2011 gegründeten Zusammenschlusses. „In den Tafeln haben Sie besonders zu kämpfen – einerseits mit steigenden Preisen für Energie wie Lebensmittel, mit deutlich mehr Kunden und andererseits mit abnehmenden Spenden.“

Da man auf Kühlung der Lebensmittel weder beim Transport noch bei der Lagerung verzichten könne, so Gerhard Lauth, ist die Spende in Mosbach für das neue Kühlfahrzeug hoch willkommen. Landrat Dr. Achim Brötel, der im Aufsichtsrat der Energie + Umwelt eG ist, befand: „Das passt jetzt ideal.“ Im Aufsichtsrat sei die Entscheidung völlig unstrittig gefallen. Zur Ausrichtung der Genossenschaft auf Projekte in der Region passe das Engagement der Tafelläden ebenfalls.

Über den Tellerrand blickend beschrieb Dr. Brötel, wie groß die Not in Deutschland inzwischen sei: „40 Prozent der deutschen Bevölkerung haben keinen Cent auf der hohen Kante. Der Markt für Tafelläden wird leider wachsen.“ Weil das so sei, weil die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in den Tafeln gefordert seien wie nie zuvor und weil hinter der Genossenschaft ein wirtschaftlich wie ökologisch gutes Jahr liege, erklärte Jürgen Böhm, „haben Sie unsere Spende verdient.“ Es sei Geld, mit dem viel erreicht werden könne. Insgesamt profitieren in den beiden Landkreisen Neckar-Odenwald und Main-Tauber, dem Geschäftsgebiet der eG, nicht nur die beiden genannten DRK-Läden mit 10.000 Euro, sondern vier weitere Tafeln im Main-Tauber-Kreis mit noch einmal derselben Summe.

Das (auch für die Mitglieder) erfolgreiche Geschäft mit der umweltfreundlichen Erzeugung von Energie, das Wendelin Geiger vorstellte, kam auch bei den DRK-Verantwortlichen gut an. Präsident Lauth und Kreisgeschäftsführer Steffen Blaschek berichteten davon, dass man gerade beim DRK das Projekt Nachhaltigkeit aufsetze. Da käme eine Mitgliedschaft in der Genossenschaft durchaus in Frage, meinte Lauth mit Blick auf die Dächer der Kreisverbandsgebäude an der Sulzbacher Straße. Interessant erscheinen zudem die von den Genossenschaftsvorständen ins Spiel gebrachten Strompreise. „Da sind wir ganz offen.“

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