Starker Beitrag zur Energiewende –
22 Millionen Kilowattstunden grünen Strom erzeugt

Die Genossenschaft Energie + Umwelt zog in Buchen positive Bilanz

Buchen. Einen starken Beitrag zur Energiewende leistet seit ihrer Gründung im Jahr 2011 die Energie + Umwelt eG Neckar-Odenwald-Main-Tauber, deren 14. Generalversammlung am Dienstagabend in der Buchener Stadthalle stattfand. Sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich sei 2024 ein erfolgreiches Jahr gewesen, verdeutlichten Aufsichtsrat und Vorstand. So wurden fast 22 Millionen Kilowattstunden sauberer Strom erzeugt und damit mehr als 7000 Tonnen CO2 eingespart. Von dieser Erfolgsbilanz profitieren auch die 2268 Mitglieder: Die Versammlung beschloss die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 3 Prozent.

Souverän führte Aufsichtsratsvorsitzender Holger Dörr durch den Abend. Zunächst gab er eine Änderung in der Geschäftsleitung bekannt: Nachdem Gründungsvorstand Wendelin Geiger zum Jahreswechsel in den Ruhestand gegangen war, rückte zum 1. Januar 2025 Sabrina Klein – bisher als Prokuristin mit den Gegebenheiten vertraut – in den Vorstand nach. Weitere Unterstützung kommt von Mitarbeiterin Anna Wiesemann, die das Team seit Februar verstärkt. Den informativen Vorstandsbericht teilten sich Steffen Kuhn und Sabrina Klein.

Die Zahlen sprechen trotz leichter Rückgänge für sich: 64 Bürger-Photovoltaikanlagen erzeugten 2024 zusammen 7 215 000 Kilowattstunden Strom, was einer CO2-Einsparung von 2687 Tonnen entspricht. „Seit 2011 wurden 14 Millionen Euro in Photovoltaik-Projekte investiert“, hob Kuhn hervor. Die Stromproduktion im abgelaufenen Jahr liege 11,4 Prozent unterhalb des Planansatzes – eine Quote, die er mit dem „unterdurchschnittlichen Sonnenjahr 2024“ begründete. 2025 sehe es schon besser aus: „Die Erträge der ersten fünf Monate liegen über dem Ansatz“, betonte er. Erfreulich: Zuletzt wurden elf neue Photovoltaikanlagen in Betrieb genommen. Eine weitere tragende Säule der Genossenschaft ist die Windkraft, und zwar über Beteiligungen an den Windparks „Großer Wald“ Hettingen/Rinschheim, Bretzfeld/Obersulm, Kirchberg/Jagst, Ahorn/Buch und Gerichtstetten sowie Altheim (Einzelanlage). Auf die Anteile der Genossenschaft entfallen zusammengerechnet 14 853 373 Kilowattstunden Windstrom. Obgleich 2024 nicht als bestes Windjahr gelte und die Erträge im laufenden Jahr unterdurchschnittlich seien, könne weiterhin mit hohen Ausschüttungen bei den Windkraftbeteiligungen gerechnet werden, sagte Steffen Kuhn. Abrundend informierte er über die beiden Gülleveredelungsanlagen in Buchen und Oberneudorf, die 1 160 727 Kilowattstunden Strom generierten, und die Beteiligung am Solarpark Erfeld als erste Investition der Genossenschaft in einen Solarpark. Ferner ist die Energie + Umwelt an der Projektgesellschaft „Energie Großrinderfeld GmbH“ beteiligt, die bis 2028/29 fünf Windprojekte und bis 2026/27 Freiflächen-Photovoltaik auf 32,5 Hektar plant. Beeindruckend ist auch die Ökobilanz der Energiegenossenschaft: 2024 wurden 21 957 116 Kilowattstunden saubere Energie produziert, was dem Stromverbrauch von rund 7000 Haushalten entspricht. Im laufenden Jahr gehen drei Photovoltaik-Dachanlagen ans Netz: Kita „Neckarburg“ Haßmersheim, Parkscheune Külsheim und Bauhof Külsheim. Zudem beteiligt sich die Genossenschaft mit 2,8 Prozent am größten Freiflächenphotovoltaik-Projekt im Land, am „Solarpark Gickelfeld“ bei Külsheim, und mit 5,6 Prozent am neuen Bürgerwindpark „Altheim 3“. Belastend auf die künftige Ertragssituation werde sich das Anfang des Jahres in Kraft getretene „Solarspitzengesetz“ auswirken, erklärte Kuhn. Für neue Anlagen bekomme der Betreiber nämlich keine Vergütung für den eingespeisten Strom, wenn die Börsenstrompreise negativ sind. Und dies sei vor allem dann der Fall, wenn besonders viele Anlagen gleichzeitig einspeisen – also dann, wenn die Sonne scheint und sich der Betreiber bislang über gute Einnahmen freuen durfte. Trotz sich verändernder Rahmenbedingungen zeigte sich Kuhn aber zuversichtlich: „Wir tun alles dafür, um die Genossenschaft ökologisch und wirtschaftlich weiter nach vorne zu bringen!“

Viele Zahlen präsentierte Sabrina Klein: eine Bilanzsumme von 15 115 788 Euro, Erträge in Höhe von 1 876 000 Euro und einen Jahresüberschuss in Höhe von 352 436 Euro. Das Geschäftsguthaben teilt sich auf 2268 Mitglieder – 22 mehr als im Vorjahr – und betrug zum Jahreswechsel 10 432 500 Euro. Bei zwei Gegenstimmen wurde beschlossen, eine Dividende in Höhe von 3 Prozent auszuzahlen und den Restbetrag von 67 000 als Gewinnvortrag für das nächste Jahr zu verbuchen.

Über das Wirken des Aufsichtsrats informierte Vorsitzender Holger Dörr. Er erinnerte an fünf Sitzungen und die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Vorstand: „Der Aufsichtsrat war immer auf dem Laufenden und wurde über alles unterrichtet, etwa über die strategische Ausrichtung der Genossenschaft“, hielt er fest. Zudem legte er den Prüfbericht des baden-württembergischen Genossenschaftsverbands vor, der die gute Arbeit bestätigte. Dies tat dann auch Bernhard Eckert, Vorstand der Volksbank Kirnau-Krautheim, im Zuge der Entlastung.

Bei den Fragen aus den Reihen der Mitglieder wurde auch das relativ hohe Durchschnittsalter der Mitglieder thematisiert: Es liegt bei 54 Jahren, das jüngste Mitglied ist 2, das älteste 98 Jahre alt. Fast jedes zweite Mitglied ist älter als 60 Jahre. Ein Fragesteller regte an, sich verstärkt um junge Mitglieder zu bemühen. Schließlich sei es für diese Altersgruppe besonders interessant, die Energiewende vor Ort zu fördern und mitzugestalten. „Neue Mitglieder sind gerne willkommen“, teilte Vorständin Sabrina Klein abschließend mit. 

von Adrian Brosch und Rüdiger Busch

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